Blogbeitrag

Nein zu Frühehen! „Mit dem Malstift gegen die geraubte Kindheit“

Heute habe ich eine sehr berührende und nachdenklich machende Ausstellung im Stadthaus in Buxtehude besucht.

„Mit dem Malstift gegen die geraubte Kindheit“, so heißt die mutige Wanderausstellung der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes. Bereits seit einem Jahr sind die Bilder, die von Schülerinnen und Schülern aus Van in der Osttürkei im Rahmen von Malwettbewerben gemalt wurden, unterwegs. Im Osten und Südosten der Türkei werden über 40 Prozent der Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Auch in Deutschland gibt es minderjährig Verheiratete, darunter auch Mütter. Seit 2017 sind hierzulande Eheschließungen nur noch zwischen volljährigen Partnern erlaubt, ebenso werden bereits im Ausland geschlossene Ehen von Minderjährigen nicht mehr anerkannt. Das ist ein richtiges Zeichen.

Die ausgestellten Bilder zeigen winzige Kinderfüße in Brautschuhen, zarte Kinderhände, die mit Henna bemalt sind und zerbrechliche Körper, die in Brautkleider gehüllt sind, sie zeigen Ehe statt Schulbildung, Angst, Verzweiflung und Tod – die eindrucksvollen Werke bedrücken den Betrachter, auch dass diese Situation die Lebensrealität vieler Mädchen weltweit ist. Hilflos ausgeliefert eheliche Pflichten erfüllen, keine Chance auf Bildung, jung Mutter werden und die traditionellen, patriarchalen Strukturen in Armut lebend weitergeben. Unerträglich, grausam, herzzerreißend.

Am 25. November war der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und wir haben von verschiedensten Medien viele erschreckende Zahlen über Gewalt gegen Frauen erfahren. Besonders bedrohlich ist die Tatsache, dass die größte Gefahr für Frauen in den eigenen vier Wänden lauert. Frühehen, Kinderehen und Zwangsverheiratungen sind auch eine Form von Gewalt, die es zu bekämpfen gilt. Nicht nur am Anti-Gewalt-Tag! Sondern immer und überall!